Hinter diesem so einfachen Satz spiegelt sich die ganze Philosophie die wir versuchen in unsere Arbeit einfließen zu lassen. Lachen ist weit mehr als die Lockerung der Muskulatur (und dabei werden bis zu 300 Muskeln in Anspruch genommen).
Der amerikanische Psychiater William F. Fry hat herausgefunden, dass Lachen physiologische Veränderungen hervorrufen kann und in den letzten Jahren wurde ein neues Forschungsgebiet ins Leben gerufen, mit dem sich unter dem Fachbegriff „Gelotologie“ Immunologen, Psychologen, Neurologen und Streßforscher mit den Themen Lachen und Humor beschäftigen.
Dabei kam Erstaunliches zum Vorschein: Die Hormonausschüttung wird verändert in dem Maße, dass es zu einem Anstieg der so genannten „Glückshormone“ und zu einem Absenken der „Streßhormone“ kommt. Die Durchblutung sowie der Sauerstoffgehalt im Blut werden erhöht. Der Blutdruck wird gesenkt, Herz und Kreislauf werden trainiert und die Verdauung wird aktiviert. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass Ängste und Schmerzen nachweislich eine Linderung erfahren.
Hier kommen nun unsere Clowns ins Spiel, denn wer versteht es besser als jeder andere, uns allen aber insbesondere Kindern, in schweren, ja manchmal ausweglos erscheinenden Momenten ein erfrischendes Lachen zu entlocken. Vergegenwärtigen wir uns einmal die Situation, die Kinder in den Krankenhäusern durchmachen. Bereits in einer sehr frühen Phase ihres Lebens werden sie mit einer Erfahrung konfrontiert, die immense Ängste und Traurigkeit in ihnen auslöst.
Getrennt von Familienleben, Schule und Freunden kommen sie in eine fremdartige Welt voller fremder Menschen, Gerüche, fremdartigen Apparaturen und steriler Eintönigkeit. Sicher hat sich die Situation speziell auf Kinderstationen hinsichtlich der Räumlichkeiten etwas verbessert als noch vor einigen Jahren, aber eine Alternative zum gesunden Chaos im eigenen Kinderzimmer zuhause können sie selbstverständlich nicht bieten. Oftmals müssen sie auch noch ihre zum Teil großen Schmerzen ertragen, denn die meisten Kinder, die für einen längeren Zeitraum im Krankenhaus sein müssen, leiden an einer Tumorerkrankung bzw. an rheumatischen Beschwerden. Neben dem eigenen Schicksal werden die Kinder auch mit dem Leid ihrer Mit-Patienten konfrontiert, sind dadurch zusätzlichen Belastungen ausgesetzt.
Hunter „Patch“ Adams sagt:
„Spaß verströmt heilsame Energie im Krankenzimmer“.
Um so viel wie möglich von dieser Energie zu verteilen werden wir weiterhin unermüdlich im Einsatz sein, um die Idee der ClownSprechstunde zu all denen zu tragen, die von unserer Lach-Therapie profitieren wollen.
Und die ist garantiert ohne Risiken und Nebenwirkungen !!
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Ablauf einer Clownsprechstunde |
Ehe die Clowns in Aktion treten finden Gespräche mit den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal und den Psychologen statt um auf jedes Kind individuell einzugehen. Dazu gehört auch, dass die Clowns über die Krankheitsbilder, die vorgenommenen Therapien und über die Fortschritte oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes informiert werden. Selbstverständlich unterliegen auch unsere Clowns der medizinischen Schweigepflicht. Besonders wichtig ist es für die Kinder, dass die Clownbesuche regelmäßig stattfinden, sie sich auch auf den Besuch „ihres“ Clowns verlassen können. Oftmals bilden unsere Clowns die einzige Konstante, da durch Sparzwänge Stationen zusammengelegt werden und Personal versetzt wird.
Daraus wird ersichtlich, dass es sich bei den Clownsprechstunden nicht nur um ein reines Gaudium oder um einen Zeitvertreib handelt, sondern dass es sich hierbei um einen zusätzlichen therapeutischen Ansatz handelt. Wie bereits oben beschrieben löst das Lachen eine Reihe von physiologischen Zuständen im Körper aus. Wenn wir durch das Lachen eines Kindes auch nur eine Schmerztablette sparen können, haben wir bereits viel erreicht. Doch noch ein anderer Aspekt spielt bei unserer Arbeit eine große Rolle: ein Clown findet sich, trotz seiner Größe, durch seine kindliches Gemüt auf der gleichen Ebene wie das Kind. Dadurch erhält er einen anderen Zugang , wie es ein „richtiger“ Erwachsener wohl nicht könnte.
Der Clown wird aber auch ein Verbündeter und oftmals auch ein Freund, den man gerne sogar zu einer oftmals schmerzhaften Therapie mitnimmt. Wobei der Clown natürlich viel mehr Angst hat und von dem kleinen Patienten dann getröstet werden muss!
Jede Clownsprechstunde bringt neue Erfahrungen, wirft Fragen auf und bietet Lösungen an. Immer wieder wird man mit Situationen konfrontiert, die auch einen Clown vor neue Herausforderungen stellt und die ihm begreiflich machen, dass er sich ständig weiterentwickeln muss. So hat sich auch die Arbeit in der Clownsprechstunde laufend weiterentwickelt und wird es auch weiterhin tun, denn zu einem Stillstand oder zu einer Routine darf es nicht kommen. Hierbei legen wir einen sehr hohen Stellenwert auf die sog. Supervision. Dabei wird ein Clown von einem Kollegen „in Zivil“ begleitet und bei seinem Einsatz beobachtet. Die gewonnenen Erkenntnisse, beispielsweise über die Art des Bespielens oder das individuelle Eingehen auf spezielle Situationen, werden danach mit dem Klinikpersonal ausgewertet.
Selbstverständlich werden alle Clownerkenntnisse, Neuigkeiten, Erfahrungen und Reaktionen der Kinder - als wichtige Informationen – an die Ärzte und das Pflegepersonal weitergegeben.
Durch die großartige Unterstützung, u. a. auch aus Teilen der Medienlandschaft, der Politik und der Wirtschaft , sollte es uns in den nächsten Jahren gelingen, die Clownsprechstunde in weiteren Einrichtungen zu etablieren.
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